(A)SOZIAL: Neue Musik – Neue Medien

Avancierte Musik und die sozialen Medien haben sich für dasselbe Attribut entschieden: Neue Medien – Neue Musik. Nimmt man die Initialen dieser beiden sich also frisch und originell verstehenden Formate, verbindet sie sogar exakt der gleiche Nenner: NM. Diese Synchronizität eröffnet einen Spielraum, um einmal nach der Verwandtschaft von Neuer Musik und Neuen Medien zu fragen: nach Koppelungs- und Nutzungsmöglichkeiten, Affinitäten und Widersprüchen, Gefahren und Chancen. Ist Neue Musik (a)sozial?


Diesen Überlegungen bin ich im Gespräch mit und Musik von avancierten ›Usern‹ in Wort/Print und Klang/Funk nachgegangen: Blog-Pionier Moritz Eggert und Kultur-Raver Johannes Kreidler, Podcast-Schöpferin Irene Kurka und Netzwellen-Aktivist Martin Tchiba.

 

In der Neuen Zeitschrift für Musik (2/2019) im fiktiven Gespräch…

 

 

Im Deutschlandfunk (Atelier neuer Musik)  am 9.3.2019, 22:05-22:53.

 

Johannes Kreidler stellt sich QUER

Die aktuelle Ausgabe der Neuen Zeitschrift für Musik (06/2017) beschäftigt sich mit einem  hoch aktuellen Thema:

»Heimat ist ein soziales Gefüge, ein territorialer Raum, ein geistiges Umfeld und eine Utopie. Bedeutsam wird sie da, wo die Sehnsucht zu Hause ist. Fragen der Identität sind heute so zentral wie schon lange nicht mehr, und sie finden auf  ganz unterschiedliche Weise ihren Niederschlag in heutigen Musikwerken.«

In dem Heft findet sich auch mein Interview »Zwangsläufig akrobatische Liebe« mit Johannes Kreidler über seine Oper Mein Staat als Frein und Geliebte, die ab April an der Oper Halle zu erleben ist. Dass er ein Gespür für gärende Themen des 21. Jahrhunderts hat, zeigte er mit Werken wie Charts Music (Massenkultur), Product Placements (Urheberrech), Fremdarbeit (Globalisierung) und Earjobs (Ökonomisierung). – In seiner neuen Oper nun thematisiert er Fragen nach Identität, Heimat und Nationalismus – also dem, was den Staat im Innersten zusammenhält. 

»Weltpolitik lässt Werke reagieren«

Neue Zeitschrift für Musik (NZfM)

Beim Fed-Cup der deutschen Tennisdamen auf Hawaii kam es Anfang 2017 zu einem Eklat: Bei der Darbietung der Hymnen vertat sich der amerikanische Sänger – und intonierte statt der dritten Strophe des Deutschlandlieds die erste, jene mit dem bitteren Nachhall: „Deutschland, Deutschland über Alles“. Die Betroffenheit der Anwesenden und die anschließende Aufregung in der Presse und den sozialen Netzwerken hat einmal mehr deutlich gemacht, das Nationalhymnen mehr als eine musikalische Gattung sind: vielmehr symbolische Klang-Zeichen.

Dass Nationalhymnen symbolische Klangzeichen wusste schon Karlheinz Stockhausen und schuf zwischen 1966 und 1969 mit seinen HYMNEN einen globalen Entwurf – der in Hörweite der aktuellen Weltpolitik eine Aktualisierung erfährt. Damit  beschäftigt sich mein neuer Artikel in der Neuen Zeitschrift für Musik (NZfM, 4/2017).